Das Dokumentationszentrum für Artenschutz D.C.S.P. stellt hier aktuelle Artenschutzprobleme vor, welche uns ein besonderes Anliegen sind.

2.) Der Chinesische Glücksbaum

gb2Antrag von China um Aufnahme von Camptotheca acuminata in den Anhang II in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Artikel II, §2(a). (Prop.11.58)

Dieser zu den Hartriegelgewächsen gehörende Baum wächst ausschließlich am südlichen Yangtse-Fluß in China. Es dürften noch etwa 4.000 Wildpflanzen existieren. Jährlich wird etwa 1.000 kg reines Camptothecin, der alkaloide Wirkstoff dieses Baumes, exportiert, dazu noch 500 kg naturgetrocknete Samen.

Die Art wird innerhalb und außerhalb Chinas kultiviert. Allein in den USA gibt es etwa 20.000 Jungpflanzen. Camptothecin soll gegen AIDS helfen, Magen-, Blasen-, und Rectumkrebs wird ebenso damit behandelt wie Erkrankungen der Leukozyten.In China werden derzeit etwa 750.000 Exemplare, die mindestens 15 Jahre alt sind, kultiviert. Camptothecin läßt sich bisher nicht synthetisch herstellen. Der Bedarf an dieser pharmazeutischen Substanz wird immergrößer, daher nimmt auch der Druck auf die Wildpflanzen immer stärker zu. China ist derzeit noch der einzige Produzent von Camtothecin. Der derzeitige Kulturpflanzenbestand kann schon jetzt kaum mehr den Weltbedarf decken. Der Antrag entsprach voll den Kriterien für die Aufnahme in den Anhang II.
Auf der Artenschutzkonferenz in Gigiri in Kenia (Cop.11) zog China diesen berechtigten Antrag überraschenderweise zurück. Offensichtlich war der wirt- schaftliche Druck insbesondere der Pharmafirmen entsprechend groß. An der Gefährdung dieses wertvollen Baumes hat sich aber nichts geändert. Im Gegenteil, die Situation verschlechtert sich von Jahr zu Jahr.