Das Dokumentationszentrum für Artenschutz D.C.S.P. stellt hier aktuelle Artenschutzprobleme vor, welche uns ein besonderes Anliegen sind.

7.) Asiatische Vogelspinnen

avAntrag von Sri Lanka und den USA um Aufnahme aller Arten der Gattung Poecilotheria in den Anhang II (Prop.11.52)

Alle 13 kommen entweder in Südindien oder auf Sri Lanka vor. Alle Sri Lanka Arten sind lokal geschützt, die indischen Arten aber nicht. Da die Arten nur etwa100 Eier im Jahr legen, eine hohe Jugendmortalität durch Fressfeinde haben und die Art überhaupt kurzlebig ist, versteht es sich von selbst, dass sie auf zu starke Naturentnahmen besonders sensibel reagiert. Die Arten werden international gehandelt, insbesondere wurde nach dem Schutz der Gattung Brachypelma besonders auf diese Gattung ausgewichen. Laufend werden lokal geschützte Tiere aus Sri Lanka als indische Arten verkauft. Die Bestände sind schon angegriffen. Fast alle Arten können gut nachgezüchtet werden, so auch in Österreich. Sowohl lebend als auch gespießt werden die Tiere angeboten. Die Gattung erfüllt alle Kriterien für die Aufnahme in den Anhang II.

Indien unterstützte als zweiter Anreinerstaat den Antrag und bestätigte den fortgesetzten Schmuggel der Sri Lanka Arten. Die USA meinten sogar, daß einige Arten alle Kriterien für eine Aufnahme in den Anhang I besäßen. Beschämend war, daß die EU (vertreten durch Portugal) und die Schweiz diesen Antrag ablehnten. Indien teilte mit, daß sie die indischen Arten auch alle unter lokalen Schutz stellen werden. Die Abstimmung ergab 49 Länder für den Schutz, 30 dagegen bei 27 (!!!) Enthaltungen. Es ist schade, daß so viele Staaten sich überhaupt nicht dafür interessierten. Faktum ist daß der Schmuggel mit diesen plakativen Arten nach wie vor floriert. Eine legale Naturentnahme ist nicht möglich, denn nun sind alle Arten lokal geschützt. Es ist daher nur anzuraten Indien und Sri Lanka bei ihren Schutzmaßnahmen durch eine Aufnahme aller Arten in den Anhang II von CITES zu unterstützen.

Es wird wesentliche Aufgabe sein, Überzeugungsarbeit, insbesondere auch in der EU zu leisten. D.C.S.P. empfiehlt diesen gerechtfertigten Antrag unbedingt bei der nächsten Artenschutzkonferenz in Santiago de Chile erneut zu stellen. Die CITES-Mitgliedsstaaten sollten dann die Aufnahme in den Anhang I von CITES massiv unterstützen.