e.) Tierschutz

Zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte war der Umgang des Homo sapiens mit dem Tier problematisch. In vielen Kulturen ist Tierquälerei an der Tagesordnung, ja wird als solche nicht einmal wahrgenommen. Schuld daran ist vor allem die Entfremdung des Menschen von der Natur, er ist nicht mehr Teil der Natur. Das maßlose Profitstreben insbesondere der Bewohner der sogenannten 1.Welt hat die letzten natürlichen Instinkte des in der HighTech-Umgebung lebenden Menschen vollkommen verkümmern lassen. Religionen jahrhundertelang und die Massenmedien der Neuzeit haben das ihre dazu beigetragen, wahrscheinlich ist diese Empfindungslosigkeit schon genetisch verankert, viele Verhaltensmuster des Menschen in unserer Gesellschaft untermauern meine Theorie ganz klar. Tierquälerei ist bestenfalls ein kurzfristiges Schlagzeilenthema, wirklich aufregen tut es nur wenige nachhaltig. Diese wenigen werden dann oft nur als sektiererische Tierfanatiker und Spinner hingestellt. Ein auch noch kleiner Teil erkennt zwar in geringem Maße das weltweite Tierleid, beruhigt das schlechte Gewissen aber vielleicht mit einer Spende an einen Tierschutzverein.
Leider werden oft die Wertigkeiten von ansonsten liebenswürdigen Tierschützern falsch gesehen, leider oft auch zum Nachteil der Tiere selbst. Die meisten Tierschutzvereine und die darin tätigen Aktivisten setzen sich mit großem Einsatz für Hund, Katz und Taube ein, und das war's dann auch schon. Mich erstaunt immer wieder, wie wenig bis gar kein Wissen diese Tierschützer über das unsagbare Leid von Wildtieren haben, wenn diese in irgendeiner Weise mit dem Menschen in Berührung kommen. Ich will in mehreren Beispielen dies hier klar und unmißverständlich aufzeigen, doch grundsätzlich auf den wesentlichen Unterschied zwischen Tierschutz und Artenschutz aufmerksam machen. Wenn ein Großwildjäger (meine Meinung über diese Sonderform des Menschen können Sie bei "Infoblätter" unter "Die Jagd - ein Hobby für Irre" nachlesen) ein Nashorn mit einem gezielten Schuß erlegt, so ist das sicher keine Tierquälerei, aber ein schweres Verbrechen aus der Sicht des Artenschutzes. Wenn ein koreanischer "Delikatessenkoch" einen gefesselten Haushund stranguliert, diesem vor der Tötung noch die Knochen bricht, damit das übelst gequälte Tier möglichst viel Adrenalin produziert, wodurch das Fleisch besonders schmackhaft werden soll, so ist dies ein schweres Verbrechen aus der Sicht des Tierschutzes, für den Artenschutz aber völlig bedeutungslos. Faktum ist, daß beides menschenunwürdig ist und auf das schärfste zu verurteilen ist, wenn auch aus zwei unterschiedlichen Betrachtungsweisen. Faktum ist auch, daß bei Vergehen gegen den Artenschutz (was Tiere betrifft) zu 95 % Tierquälerei dabei ist.


I.) Alle Bären sind artengeschützt, die meisten Arten im Anhang II, einige auch im Anhang I. Geschützt mußten vor allem deswegen alle Arten werden, weil in der TCM (Traditional Chinese Medicin) die Gallenblase ein begehrtes Produkt ist. Ich will mich hier gar nicht näher über diesen Schwachsinn auslassen, es gibt über Sinn und Unsinn der TCM genügend gute Literatur, sondern nur auf das Faktum der hunderten "Gallenblasenfabriken" vorwiegend in China hinweisen. Das geschieht so: Ein junger Bär wird in einen so engen Käfig gesperrt, daß er sich nicht umdrehen kann. Der Käfig "wächst" mit ihm mit. Wenn die geschundene Kreatur das geeignete Alter erreicht, wird dem Bären ein Dauerkatheder in die Gallenblase eingesetzt, um die Gallenflüssigkeit zu "ernten".

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Tausende solcher Folterkäfige findet man in China, trotz massiver Proteste von vielen Tierschutzorganisationen.

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Tausende solcher Folterkäfige findet man in China, trotz massiver Proteste von vielen Tierschutzorganisationen.

Diese Quälerei geht mehrere Jahre so, bis die Natur dieser Qual ein Ende bereitet. Dann wird die Gallenblase noch vom Kadaver herausgeschnitten und getrocknet. Für ein Kilo getrocknete Bärengallenblase wird der 16 fache Kilo Goldpreis bezahlt. Da ist mehr Profit drinnen, als beim Rausch-gifthandel.


II.) Es gibt keine Naturtierarten, welche mehr gequält werden, als Frösche. (Siehe dazu ausführlich unter "Artenschutz aktuell"). Dies regt erstaunlicherweise nicht einmal die Tierschützer auf, wohl auch aus Unwissenheit. Unter diesen Arten sind auch mehrere artengeschützte Species dabei.


III.) Elefanten genießen den höchsten Artenschutzstatus. Die Bestrebungen, den Schutz zu lockern, werden jedoch immer größer. Die Jagdsafarilobby und die Elfenbeinhandellobby leisten hier in voller Übereinstimmung ganze Arbeit.

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Solche Anblicke kann man nur mehr in den Nationalparks Afrikas erleben. Aber auch dort wird gnadenlos gewildert.

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Beschlagnahmte Elfenbeinschnitzereien. Das weiße Gold Afrikas. Noch schlechter geht es dem indischen Elefanten.

Die Gier nach Elfenbein, insbesondere auf Seite der Japaner, ist ungebrochen, alles nur wegen deren Signaturstempel. Daher wird gwildert, was das Zeug hält. Dies geschieht meist so: Die bestens ausgerüsteten Wilderer haben Hubschrauber und metzeln eine Elefantenherde aus der Luft mit Maschinengewehren wahllos nieder. Den meist noch lebenden und schwer verletzten Tieren werden mit Kettensägen die Stoßzähne herausgesägt, in den Hubschrauber verladen, und ab geht die Post. Die sterbenden Tiere werden unter entsetzlichen Qualen zurückgelassen. Die Wildhüter kommen fast immer zu spät, schon allein, weil sie schlecht ausgerüstet sind.


IV.) Auf Bali werden Meeresschildkröten nach wochenlanger Transportquälerei mit Drahtschlingen gefesselten und durchbohten Gliedmaßen bei lebendigem Leib aufgeschlitzt, um an das begehrte Fleisch und die Ovarien heranzukommen. Jedem Schildkrötensuppenliebhaber sollte man vor dem Essen solche Bilder zeigen und Tonaufnahmen dieser so unglaublich gequältenten Mitgeschöpfe vorspielen.


V.) Was man mit unseren "Schwestern und Brüdern", den Menschenaffen, aufführt, ist ein einziger Skandal. Die Pharmaindustrie zahlt nach wie vor Höchstpreise, um an aus der Natur geplünderte Schimpansen heranzukommen. Alles nur im Dienste der Medizin. Die Details dieser weltweiten Primatenquälerei will ich hier näher gar nicht schildern, sondern verweise nur auf die laufenden Berichte im "Newsletter" der IPPL (www.ippl.org)

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Der beschlagnahmte Weißhandgibbon klammert sich verschreckt an meine Tochter. Dieser junge Affe wurde von den Vorbesitzern in vermeintlich guter "Tierpflege" täglich mit Hundeshampon gewaschen. Die Haut wurde dadurch arg geschädigt. Das Tier kam in ein Schutzzentrum.

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Von diesem Ehepaar wurde diese Halsbandmangabe als Kinderersatz in falscher "Tierliebe" gehalten und dabei unbewusst gequält. Affen sind keine Spieltiere und gehören nicht in Wohnungen!

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Die Menschen sollten vom Sozialverhalten der Ratten lernen. "Die Ratten wären die besseren Menschen."

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Kaum eine Tierart ist so zärtlich wie eine Ratte. Wenn man ihnen mit Liebe begegnet, geben sie einem diese vielfach zurück.

Die Ratten sind wohl die am meisten gequälte, künstlich nachgezüchtete Tierart auf der Welt, Details hier zu schildern, ist schon deswegen sinnlos, denn für die meisten Menschen ist es eben nur eine Ratte. Die wenigsten Menschen wissen, welch liebenswürdige, intelligente, reinliche, gutmütige und bescheidene Tiere Farbratten sind.

Wenn man sich nur ein wenig mit ihnen beschäftigt, lernt man schnell diese wunderbaren Geschöpfe zu schätzen. Millionenfach werden diese Tiere tagtäglich in vielen Labors in aller Welt entsetzlich gequält. Außerdem bewegt die wenigsten Menschen die unglaubliche Quälerei der Hühner in den Hühnerfabriken. Der "Gummifliegerkonsum" ist nach wie vor steigend, wen soll dann noch das Leid der so "grauslichen" Ratten aufregen?
Ist Ihnen eigentlich bewußt, daß so gut wie alle Seefische, welche in allen Meeren jeden Tag gefangen werden, jämmerlich und langsam ersticken?
Die Tierquälerei ist aber oft auch dort gegeben, wo vermeintlich dem Tier gutes getan wird. Hunde werden kupiert, Katzen oft zu Tode gefüttert. Aus Unkenntnis wird eine Art oft gequält, wo man es auf den ersten Blick gar nicht sieht, z.B.werden Schwarmfische im Aquarium oft einzeln gehalten, Papageien ebenso, und 90 % aller Wellensittiche werden auf Grund falscher Einzelhaltung ein Leben lang in viel zu kleinen Käfigen zu Tode gequält. Und der Tierwirt glaubt, ohnehin nur das Beste für seinen "Burli" getan zu haben. Der Tiertransport von "Exoten" ist praktisch immer mit Tierquälerei verbunden.

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60 lebende Blaustirnamazonen waren in diesen "Transportbehälter" hineingepfercht. Kommentar des Tier-arztes zum Artenschutzsachverständigen, der diesen skandalösen Transport schwer beanstandete: "was regen sie sich auf, im Flugzeug sitzen die Menschen auch eng".

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Tausende Griechische Landschildkröten zu je 40-50 Stück in Kisten gepfercht waren nachweisbar 3 Wochen ohne Wasser und Nahrung am Transport. Fast alle Tiere waren nach diesen unglaublichen Qualen verhaltens-gestört, im Klartext, sie wurden "wahnsinnig".

Beim sogenannten Tiersport, sei es ein "Steeplechase" oder ein Hahnenkampf, ist es immer das Gleiche, der perverse Mensch hat seinen abartigen Spaß, das Tier zahlt immer drauf. Traditionen wie der Stierkampf in Spanien beweisen nur einmal mehr meine These von der genetischen Verankerung der Tier-schutzgleichgültigkeit beim Menschen.   

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Ole! Spanien ist Mitglied der Europäischen Union.

Letztlich ist noch auf die häufige Quälerei unserer Nutztiere auf Grund der meist völlig artfremden Haltung hinzuweisen. Kuh und Schwein sind hier wohl am ärmsten. Dazu kommen noch die durch nichts gerechfertigten und völlig unnötigen, oft tausende Kilometer langen Nutztiertransporte. Es ist eine Schande, daß so etwas noch von der EU subventioniert wird.

Die Menschen brauchen öfter einen Franz von Assisi

A R T E N S C H U T Z    =     N A T U R S C H U T Z
A R T E N S C H U T Z    =     U M W E L T S C H U T Z
A R T E N S C H U T Z    =     B I O T O P S C H U T Z
A R T E N S C H U T Z    =     T I E R S C H U T Z
A R T E N S C H U T Z    =     P F L A N Z E N S C H U T Z
ARTENSCHUTZ     =     MENSCHENSCHUTZ

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