AKTUELLE ARTENSCHUTZINFORMATIONEN

D.C.S.P. stellt hier aktuelle Artenschutzprobleme vor, welche D.C.S.P. ein besonderes Anliegen sind.

INHALTSVERZEICHNIS

HOME

1.) Amphibien in der menschlichen Ernährung.

2.) Der Chinesische Glücksbaum

3.) Die Spaltenschildkröte

4.) Der Große Weiße Hai

5.) Der Walhai

6.) Der Riesenhai

7.) Asiatische Vogelspinnen

8.) Frauenschuhorchideen

 


 

1.) Amphibien in der menschlichen Ernährung.

[ZUM INHALTSVERZEICHNIS]
HOME


Die menschliche Ernährung können wir aus zwei Blickwinkeln betrachten. Einerseits dient sie zur Hungerstillung und Zuführung lebensnotwendiger Aufbaustoffe - das ist ihre biologische Funktion und trifft auf Menschen und Tiere gleichermaßen zu -, andererseits ist die Ernährung, vor allem in der sogenannten zivilisierten Welt, vielerorts zu einem reinen Gaumenkitzel geworden - das ist jedoch überwiegend ein Privileg des Menschen. Es ist unser gutes Recht, die Nahrung, welche wir zu uns nehmen, schmackhaft zuzubereiten. Fragwürdig ist es jedoch, wenn Lebensmittel verschwendet werden, wenn die Lebensmittelressourcen ein bis zur Ausrottung von Arten führender Raubbau betrieben wird oder wenn die Ernährung mit zum Teil unvorstellbarer Tierquälerei verbunden ist.

Lurche als Nahrungsmittel

Zu allen Zeiten und in allen Erdteilen haben Menschen Froschlurche gegessen - soweit diese in ihrem Lebensraum vorkamen. In manchen Ländern der Dritten Welt haben sie auch heute noch eine Bedeutung als wichtige Eiweisliferanten. Froschlurche sind leicht zu fangen und aufgrund der hohen Reproduktionsraten - vor allem in den Feuchtgebieten der Erde - eine scheinbar unerschöpfliche Nahrungsquelle. In Ländern, wo Hunger für weite Teile der dort lebenden Bevölkerung an der Tagesordnung ist, werden von den Froschlurchen fast alle Körperteile gegessen. Keine einzige Froschart jedoch wurde in solchen Ländern aufgrund dieser traditionellen Ernährung in ihrem Bestand gefährdet oder gar ausgerottet!

Ganz anders sieht die Situation aus, wenn man den Froschkonsum in Europa und in jenen Ländern, welche von Europa aus kolonialisiert wurden, betrachtet. In früheren Jahrhunderten galten die "Froschspeysen" in vielen Ländern Europas als besondere Fastenspeisen. Der Klerus, der Adel und das wohlhabende Bürgertum haben sich seit jeher an den Froschschenkeln delektiert, ein Beweis für den Einfallsreichtum des Menschen, durch den unpopuläre Vorschriften der Kirche in Fastenzeiten umgangen wurden. Da Fleisch an Fasttagen verboten war, wurde der Frosch auf Grund seiner "Kaltblütigkeit" und seiner amphibischen Lebensweise ähnlich wie Fisch von der Kirch zum Verzehr freigegeben. Zwischen einem Duzend bis zwanzig Stück Froschschenkelpaaren waren pro Person anzumessen. Es wurden nur die Schenkel gegessen, der Rest des Tieres war Abfall.

Um an die Froschschenkel heranzukommen, wurden - und werden immer noch - den Fröschen häufig gleich am Fangort die Hinterextremitäten bei lebendigem Leib vom Körper getrennt. Der noch lebende "Abfall" wird meist in das Gewässer zurückgeworfen. Glück hat dieser "Abfall", wenn ein Raubfisch oder Vogel in der Nähe ist und gleich zupackt. Ansonsten erwartet den "Rest" ein langsames, qualvolles Verrecken - und dieses wurde von den meisten "Gourmets" wahrscheinlich noch nie mit angesehen. Diese Tierquälerei geschieht nicht aus Notwendigkeit, sondern rein für einen fragwürdigen "Gaumenkitzel". Früher unter dem Deckmantel der Fastenspeise, ersinnt die "Nouvelle cuisine" heute immer raffiniertere Froschrezepte. In den meisten Kochbüchern, die etwas auf sich halten, sei es als Froschsuppe, paniert, mariniert, gebraten, gekocht oder gedünstet.

 

Leptodactylus fallax ist auf der Karibikinsel Dominica endemisch. Sinnigerweise deutet schon der englische Vulgärname "mountain chicken" darauf hin, daß die Art gegessen wird. Diese wohl größte Leptodactylusart ist auf Grund der zügellosen Naturentnahme, insbe- sondere für die Restaurants der nahegelegenen Insel Guadeloupe (Frankreich), schon extrem gefährdet und sollte unter den Schutz von CITES gestellt werden.

© D.C.S.P. Josef Schmuck  

 

Konsequenzen des Froschkonsums

Da der Lebensraumverlust für die Froschlurchpopulationen in Europa dramatisch ist - die meisten Feuchtgebiete Europas sind heute trockengelegt - und Amphibien in den meisten europäischen Ländern ohnehin unter Schutz stehen, wird der enorme Bedarf an Froschschenkeln vorwiegend aus dem asiatischen Raum gedeckt. Tonnenweise werden die Tiere täglich der Natur entnommen, damit die europäischen und amerikanischen Köche ihre ohnehin satte und durch Zivilisationskrankheiten bedrohte Klientel verwöhnen können.

Tatsache ist, daß der maßlose Raubbau an asiatischen Raniden die Populationen vielerorts drastisch dezimiert hat. Jeder, der in Europa, den USA und in all den Ländern der westlichen Welt Froschschenkel konsumiert, sollte daher bedenken, daß er damit

* den Hunger der meist ohnehin hungernden Bevölkerung in den Ursprungsländern noch größer macht

* einer extremen Tierquälerei Voschub leistet

* die wegen des Fehlens des Insekten-Prädators Frosch zum Teil schon explosionsartige Vermehrung von "Schadinsekten" und damit auch die Produktion und Ausbringung von gefährlichen Umweltgiften fördert, und

* die Ausrottung von Arten fördert.

Art

Lokal gegessen in

Exportiert nach

Population

(Leptodactylidae)
Caudiverbera caudiverbera Mittelamerika - -
Leptodactylus fallax Dominica Guadeloupe sehr gefährdet
L. pentadactylus Südamerika - -
(Ranidae)
Conraua goliath Äquatorialguinea, Kamerun, Gabun - gefährdet
Discodeles guppyi Asien - -
Euphlyctis hexadactylus Bangladesch, Indien Europa, Amerika gefährdet
E. cyanophlyctis Bangladesch, Indien Europa, Amerika gefährdet
Hoplobatrachus tigerinus Bangladesch, Indien Europa, Amerika gefährdet
Limnonectes concrivorus Indonesien, Malaysia, Phillippinen Europa, Amerika angegriffen
L. blythii Indonesien, Malaysia Europa, Amerika angegriffen
L. grunniens Indonesien Europa, Amerika -
L. ibanorum Indonesien Europa, Amerika angegriffen
L. ingeri Indonesien, Malaysia Europa, Amerika gefährdet
L. kuhlii Indonesien Europa, Amerika angegriffen
L.limnocharis Thailand, Philippinen, Bangladesch, Indien, Indonesien Europa, Amerika angegriffen
L. macrodon Indonesien Europa, Amerika gefährdet
L. paramacrodon Indonesien Europa, Amerika gefährdet
L. raja Südostasien - -
Paa boulengeri China - -
P. liebigii Südasien - -
P. spinosa Südasien - -
P. sternosignata Südasien - -
Pyxicephalus adspersus Afrika - -
Rana andersonii Südostasien - -
R. arfaki Indonesien Europa, Amerika -
R. arvalis Europa - gefährdet
R. catesbeiana USA, Indonesien Europa angegriffen
R. crassia * Indien Europa, Amerika gefährdet
R. dalmatina Europa Europa, Amerika gefährdet
R. erythraea Südostasien - -
R. esculenta Europa Europa, Amerika gefährdet
R. glandulosa Südostasien - -
R. grisea Neu Guinea - -
R. hosii Südostasien - -
R. jimiensis Neu Guinea - -
R. lessonae Europa Europa, Amerika gefährdet
R. livida Südasien - -
R. magna * Indonesien, Philippinen Europa, Amerika -
R. malesiana * Indonesien Europa, Amerika angegriffen
R. miopus Südostasien - -
R. modesta * Indonesien Europa, Amerika -
R. nigromaculata China Europa, Amerika, Asien gefährdet
R. nitida * Südostasien - -
R. oatesii Burma - -
R. papua Neu Guinea - -
R. perezi Südwest Europa - gefährdet
R. ridibunda Europa Europa, Amerika Südostasien
R. rugulosa * Malaysia Europa, Amerika angegriffen
R. saharica Nord Afrika - -
R. temporaria Europa Europa, Amerika gefährdet

Die für die menschliche Ernährung und den Export wichtigsten Froschlurcharten und ihr Gefährdungsstatus (* der taxonomische Status dieser Arten wurde in den letzten Jahren geändert.)

D.C.S.P. empfiehlt dringend den CITES-Mitgliedsstaaten alle in obiger Liste angeführten Arten,
welche gefährtdet oder angeriffen sind und die auch gehandelt werden,
in den Anhang II von CITES raschest aufzunehmen




Auf der anderen Seite werden die ohnehin schon schwerreichen Froschschenkelliferanten noch reicher gemacht und die pestizidproduzierende chemische Industrie gefördert. DDT und andere Umweltgifte, welche bei uns zum Teil schon längst verboten sind, werden aufgrund des Fehlens des "Insektizids" Frosch und infolge der Zunahme der Schadinsekten nun in großem Stil auf die asiatisatischen Reisfelder aufgebracht.

Angesichts dieser Tatsachen kann man nur wünschen, daß der Konsum und Handel von Fröschen durch offizielle Stellen unterbunden wird und - etwas böswillig -, daß den Konsumenten der Froschschenkelspezialitäten der Bissen im Hals steckenbleibt. Es ist nicht dasselbe, wenn ein hungernder Bangladeschi einen Frosch "mit Putz und Stingel" ißt - auch wenn die Froschart vielleicht bereits bedroht ist - oder wenn sich ein Westeuropäer verzückt an einem Froschschenkelchen derselben Art delektiert. "Grenouille santeés á la bordelaise" ist in Hinblick auf die Ausrottung ganzer Populationen und Arten von Fröschen und die daraus resultierenden, bereits erwähnten und schwerwiegenden Folgen ein gedankenloses, unverantwortliches und zweifelhaftes Vergnügen.



Froschimporte Frankreichs aus verschiedenen Ländern
(Angaben in Tonnen)

Jahr Türkei Indien Bangladesch Bangladesch Schweiz Andere
1973 103 628 1509 - - 38
1974 36 440 830 - - 41
1975 170 521 1024 60 - 139
1976 171 1502 963 30 - 109
1977 190 1369 1306 172 - 114
1978 212 1451 1289 153 - 52
1979 141 1756 1927 151 70 68
1980 126 1761 1635 259 218 47
1981 256 1760 1935 207 226 132
1982 155 1145 902 168 170 88
1983 253 1020 2111 594 130 114
1984 147 723 1638 152 40 43
1985 272 384 2105 161 65 49
1986 279 208 2659 72 29 157
1987 165 8 2303 60 45 450
Total 2594 14576 24136 2239 993 1641


Jahr Indien Bangladesch Indonesien
(Angaben in Tonnen)
1963 514 - -
1964 332 - -
1965 44 - -
1966 557 - -
1967 786 - -
1968 425 - -
1969 854 - -
1970 2545 - -
1971 1451 - -
1972 1823 - -
1973 2698 - -
1974 1454 - -
1975 1317 - -
1976 3170 - -
1977 2834 372 -
1978 3570 1184 -
1979 3764 987 -
1980 3095 675 1517
1981 4368 1204 1612
1982 2271 (IX 81 - IX 82) 3498 2776
1983 3658 (IX 82 - IX 83) 2587 3262
1984 2834 (IX 83 - IX 84) 2511 2140
1985 2778 1948 2718
1986 680 2471 3690
1987 - 2512 3004
Importe von Fröschen in die Schweiz
(Angaben in Tonnen)
Jahr Lebende Frösche Froschschenkel
1983 152,5 199,6
1984 160,9 166,6
1985 100,8 143,6
1986 113,3 134,2
1987 127,0 166,0
1988 121,2 170,8
1989 107,8 137,5
1990 124,0 135,2
1991 93,3 137,8
1992 81,9 156,9
1993 keine Angaben keine Angaben
1994 84,3 141,0
1995 67,8 151,0

Tabelle oben: Besonders verwerflich und quälend ist der Lebendtransport der Frösche. Es ist eine Schande für die Schweiz.

Tabelle links: Aus den drei Hauptexportländern Indien, Bangladesch, und Indonesien in den letzten Jahren in alle "Kulturstaaten" exportierte Mengen von tiefgefrorenen Froschschenkeln.

 



Der Handel mit Froschschenkeln ist ein gutes Geschäft

Die erschreckenden statistischen Zahlen aus den angeführten Tabellen können dem Leser helfen, die bisherigen Ausführungen zu verstehen und einzusehen, daß es sich hierbei keinesfalls nur um subjektive Empfindungen einiger Naturschützer handelt. Zum besseren Verständnis der Problematik ist angegeben, wo die Froschart lokal - meist als wichtiger Eiweißliferant - genutzt wird und wohin die Art exportiert wird. Gegen den lokalen Konsum von Lurchen kann in den meisten Fällen kaum ein Einwand erhoben werden, geht ja die Bedrohung der Arten - wie bereits betont - nicht von diesem aus. Die Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, es sind jedoch die meisten für den Export wichtigen Arten angeführt, insbesondere auch jene, welche in Folge des Raubbaues schon gefährdet sind.

Betrachtet manexportierten 3004 Tonnen Froschsxhebkel, so mußten dafür zwischen die von Indonesien 1987 60 und 82 Millionen dort vorkommende Frösche ihr Leben lassen. Diese Menge wurde in mindestens fünf Millionen Portionen in europäischen und amerikanischen Feinschmeckerlokalen verzehrt. Und das in einem einzigen Jahr, und es wurden nur die Frösche aus Indonesien gezählt. Derzeit (1998) werden etwa 200 Millionen Froschschenkelpaare lährlich konsumiert.

Wie aus den Tabellen ersichtlich, begann der Export aus Bangladesch und Indonesien erst einzusetzen, als die Arten Euphlyctis hexadactylus und Hoplobatrachus tigerinus in den Anhang II (zweithöchster Schutzstatus) von CITES (Trade in Endangered Species of wild fauna and flora) aufgenommen Convention of International wurden. Der Handel wich sofort auf andere asiatische Raniden aus. Hauptabnehmer bzw. Hauptkonsumländer von Froschschenkeln sind die USA, Belgien, Holland und vor allem Frankreich. In allen anderen europäischen Staaten und in Australien werden ebenfalls Froschschenkelgerichte in den Restaurants angeboten, wenngleich nicht in so starkem Maße, wie in den vier oben genannten. In den letzten Jahren sind es in verstärktem Maße die vielen Chinarestaurants, welche solche Spezialitäten anbieten.


Es fällt dabei auf, daß die Schweiz am Handel als ein Nichtursprungsland kräftig mitnascht. Verständlich wird dies, wenn man sich die Importzahlen der Schweiz ansieht. Nicht nur Froschschenkel in tiefgefrorenem Zustand werden von der Schweiz importiert, sondern auch lebende Frösche zum Zwecke des Verzehrs.Ein Großteil der importierten Frösche wird wieder exportiert.

Die Tabellen machen deutlich, warum die Vertreter der Schweiz und mancher anderen Länder sich bei verschiedenen Artenschutzkonferenzen so vehement gegen die Unterschutzstellung von Froschlurchen wehren. Das Geschäft steht auch hier vor dem Artenschutz. Wie paradox vieles in unserer Gesellschaft ist, zeigt die Tatsache, daß in den meisten europäischen Ländern - auch on jenen, die zu den Hauptabnehmern der Frösche zählen - die meisten oder sogar alle dort lebenden Amphibienarten unter Schutz stehen und als gefährdet bis stark gefährdet gelten. Eine massive Entnahme von Tieren aus der Natur wäre hier undenkbar. Keinesfalls undenkbar ist jedoch die Einfuhr von unvorstellbaren Mengen von Fröschen aus der Dritten Welt im Stil der jahrhundertealten kolonialen Ausbeutung ...

Wenn es nicht gelingt, den Froschhandel einzudämmen, werden in vielen Ländern, vor allem in Asien, in kurzer Zeit ganze Populationen ausgerottet sein und das ökologische Gleichgewicht nachhaltig gestört werden. In vielen jetzt schon weitgehend "entfroschten" Gebieten ist dies bereits traurige Realität.


Stoppt den Froschschenkelkonsum.

Boykottiert Restaurants,
in denen Froschschenkelgerichte angeboten werden.




 

2.) Der Chinesische Glücksbaum

[ZUM INHALTSVERZEICHNIS]
HOME


Antrag von China um Aufnahme von Camptotheca acuminata in den Anhang II in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Artikel II, §2(a). (Prop.11.58)      
       
Dieser zu den Hartriegelgewächsen gehörende Baum wächst ausschließlich am südlichen Yangtse-Fluß in China. Es dürften noch etwa 4.000 Wildpflanzen existieren. Jährlich wird etwa 1.000 kg reines Camptothecin, der alkaloide Wirkstoff dieses Baumes, exportiert, dazu noch 500 kg naturgetrocknete Samen.  

Die Art wird innerhalb und außerhalb Chinas kultiviert. Allein in den USA gibt es etwa 20.000 Jungpflanzen. Camptothecin soll gegen AIDS helfen, Magen-, Blasen-, und Rectumkrebs wird ebenso damit behandelt wie Erkrankungen der Leukozyten.In China werden derzeit etwa 750.000 Exemplare, die mindestens 15 Jahre alt sind, kultiviert. Camptothecin läßt sich bisher nicht synthetisch herstellen. Der Bedarf an dieser pharmazeutischen Substanz wird immergrößer, daher nimmt auch der Druck auf die Wildpflanzen immer stärker zu. China ist derzeit noch der einzige Produzent von Camtothecin. Der derzeitige Kulturpflanzenbestand kann schon jetzt kaum mehr den Weltbedarf decken. Der Antrag entsprach voll den Kriterien für die Aufnahme in den Anhang II.
Auf der Artenschutzkonferenz in Gigiri in Kenia (Cop.11) zog China diesen berechtigten Antrag überraschenderweise zurück. Offensichtlich war der wirt- schaftliche Druck insbesondere der Pharmafirmen entsprechend groß. An der Gefährdung dieses wertvollen Baumes hat sich aber nichts geändert. Im Gegenteil, die Situation verschlechtert sich von Jahr zu Jahr.

 
     
   
       

D.C.S.P. empfiehlt China diesen mehr als berechtigten Antrag bei der nächsten Artenschutzkonferenz erneut zu stellen und den CITES-Mitgliedsstaaten diese Art nicht zu vergessen und eine Aufnahme in den Anhang II von CITES entsprechend zu unterstützen.

 


3.) Die Spaltenschildkröte

[ZUM INHALTSVERZEICHNIS]
HOME


Antrag von Kenya und den USA, Malacochersus tornieri
von
Anhang II in Anhang I zu transferieren.
(Prop.11.39)

 

Die Spaltenschildkröte lebt in felsigem Gelände und versteckt sich bei Gefahr in Felsspalten. Ihre Bewegungen sind im Vergleich zu anderen Landschildkröten wesentlich schneller. Auch ihre Kletterkünste sind erstaunlich. Ihr Panzer ist im Gegensatz zu den anderen Testudiniden weich und elastisch. Diese Eigenschaft befähigt sie, sich in Felsspalten "aufzublasen" und sich so bei Gefahr festzuklemmen.

© D.C.S.P. Josef Schmuck

Diese "weiche" Landschildkröte kommt nur in Kenya und Tanzania vor. Diese Art wird immer wieder im Tierhandel angeboten, auch in Österreich. Obwohl die Art schwer haltbar ist (extrem temperaturempfindlich) wird sie auf Grund ihres eigenartigen Aussehens von Terrarianern sehr begehrt. Derzeit werden jährlich etwa 5.000 Exemplare der Natur entnommen und exportiert, sowohl legal als auch illegal von den Anrainerstaaten. Neben dem starken Handel ist auch noch der Habitatsverlust erschreckend. Hinzu kommt, daß die Reproduktionsrate sehr gering ist, meist nur ein Ei pro Gelege. Derzeit werden 400 US$ pro Exemplar bezahlt. Schon 1995 wurde vom CITES Standing Committe den Mitgliedsstaaten empfohlen keine Importe dieser Art von Tanzania vorzunehmen. Nachzuchten gibt es vereinzelt, sie sind aber für den Handel völlig bedeutungslos. Es werden ausschließlich der Natur entnommene Exemplare gehandelt.
Kenia zog auf der Artenschutzkonferenz in Gigiri in Kenia (Cop.11) diesen berechtugten Antrag auf Drängen Tansanias zurück. Es wurde von Tansania versprochen keine Wildtiere aus ihren Naturarealen zu entnehmen und sie wollen ausschließlich die Nachzuchtiere, welche auf Spezialzuchtstationen geboren werden an den internationalen Tierhandel verkaufen. In Anbetracht der Tatsache, daß diese Schildköte auf Grund ihrer speziellen Lebensweise und ihrer Temperaturempfindlichkeit denkbar ungeeignet für die Heimtierhaltung ist, stellt sich die Frage, was der Verkauf in Tierhandlungen eigentlich soll ? A lthough

Es wird wichtig sein die weitere Entwicklung zu beobachten, vor allem ob sich die
Naturpopulationen wieder erholen. Sollte dies nicht der Fall sein oder kommt es sogar zu weiteren (illegalen) Naturentnahmen empfiehlt
D.C.S.P. Kenia diesen dann auf alle Fälle gerechtfertigten
Antrag bei der nächsten Artenschutzkonferenz in Santiage de Chile erneut zu stellen. Die CITES-Mitgliedsstaaten sollten dann die Aufnahme in den Anhang I von CITES
massiv unterstützen.

 


   
 

4.) Der Große Weiße Hai

[ZUM INHALTSVERZEICHNIS]
HOME

Antrag von Australien und den USA um Aufnahme von Carcharodon carcharias
in den Anhang I in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Artikel II, §1
(Prop.11.48)

 

Der Große Weiße Hai, populär gemacht durch einen reißerischen Film, der diesen wichtigen Prädator als teuflische Bestie hinstellte, hatte zur Folge, daß er seit dem Erscheinen des Filmes massenhaft gejagt wurde. Jeder "sportlich" Hochseefischer machte Jagd auf ihn. Sein schreckliches Gebiss mußte als Wohnzimmerzirde für die "Männlichkeit" seines Fängers zeugen.Dieser "Machowahn" hat bewirkt, daß der Bestand in den letzten zehn Jahren um 20% abgenommen hat. Tendenz weiter fallend.

 

Auf der Artenschutzkonferenz in Gigiri in Kenia (Cop.11) kam es zu sehr emotionalen Diskussionen und die Abänderung, die Art nur in den Anhang II aufzunehmen. Es wurden 3 Fürsprecherländer und 3 Gegensprecherländer zur Stellungnahme gebeten. Kenia, Portugal (als Sprecher für die EU) und Neuseeland unterstützten mit teils sehr guten Argumenten den Antrag, Panama, Japan und Singapur machten den Antrag schlecht. Island als eines der rücksichtslosen Naturnutzerländer, brachte auch noch die Politik ins Spiel, und stellte den Antrag auf geheime Abstimmung, wohl wissend, daß viele Staaten nur darauf warteten, den Antragstellern eins "auszuwischen". Sachargumente und wissenschaftliche Argumente gingen so im politischen Ränkespiel unter. 51 Länder stimmten dafür, 47 dagegen, 8 enthielten sich der Stimme, 1 Stimme war ungültig. Da die 2/3 Mehrheit nicht erreicht wurde, war der Antrag abgelehnt, sehr zur Enttäuschung der vielen gerade im Haischutz engagierten NGO's.

Es ist zu erwarten, daß in ein zwei Jahren die Gesamtpopulation um weitere 10 % sinkt und dann das ökologische Gleichgewicht schon empfindlich gestört ist. Anscheinend muß eine Art zuerst schon empfindlich gefährdet sein bevor man sich dann endlich zur Unterschutzstellung entschließt. Es wird daher unumgängliche Pflicht sein diesen Antrag solange zu stellen, bis er endlich die
nötige 2/3 Mehrheit bekommt. Es ist zu hoffen, daß dieser
Antrag schon wieder bei der nächsten Artenschutzkonferenz in Santiage de Chile erneut gestellt wird. Die CITES-Mitgliedsstaaten sollten dann wenigstens die Aufnahme in den Anhang II von CITES massiv unterstützen.



 

5.) Der Walhai

[ZUM INHALTSVERZEICHNIS]
HOME

Antrag von den USA um Aufnahme von Rincodon typus
in den Anhang II in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Artikel II, §2(a)
(Prop.11.47)

 

Dieser größte Fisch der Erde lebt in allen warmen Meeren und ist überall selten. Wegen seines Fleisches und wegen seiner Flossen wird er bejagt und in Asien gehandelt. Der Weltbestand ist derzeit als bedroht zu bezeichnen, die Zahl der Tiere nimmt laufend ab, einige lokale Populationen sogar drastisch.Die Produkte und die Verwertung dieses Fisches sind nur ein teuer und höchst unnotwendiger Luxus.

Die Anreinerstaaten insbesondere Indonesien lehnten den Antrag auf der Artenschutzkonferenz in Gigiri in Kenia (Cop.11) ab. Es wurde vorgebracht, man sei nicht in der Lage Derivate zu identifizieren. Island, Norwegen, Kuba, Singapur, China, Japan, Korea äußerten sich alle negativ zum Antrag. Die gesamte EU (Portugal als Sprecher), Tschechien, die Phillipinen und Australien unterstützten den Antrag sehr gut. Island wollte eine geheime Abstimmung, was aber abgelehnt wurde. Die Handabstimmung ergab 51 Länder für den Schutz, 40 dagegen bei 13 Enthaltungen. Das Ergebnis war für die Artenschützer ernüchternd, denn nur 25 hätten dagegen sein dürfen, bei 51 Prostimmen.

Trotz dieser Enttäuschung empfiehlt D.C.S.P. den Antragstellern diesen Antrag möglichst schon
bei der nächsten Artenschutzkonferenz in Santiage de Chile erneut zu stellen. Wichtig wird sein den Scheinargumenten Sachlichkeit und wissenschaftliche Fakten entgegen zu stellen. Die CITES-Mitgliedsstaaten sollten dann die Aufnahme in den Anhang II von CITES massiv unterstützen.

 


6.) Der Riesenhai

[ZUM INHALTSVERZEICHNIS]
HOME

Antrag von Großbrittannien um Aufnahme von Cetorhinus maximus
in den Anhang II
(Prop.11.49)

 

Dieser riesige Fisch lebt im Atlantik und wird sehr stark bejagt. Die getrockneten Flossen (300 US$/kg), Leberöl
(375 US$/t), die Haut, sein Fleisch (1 US$/ kg) und die Knorpeln sind begehrte Handelsprodukte. Auf Grund der zu großen Naturentnahme ist diese Art in allen Gewässern in ihrem Bestand bereits angegriffen. So sind die Bestände bereits um 50 bis 90 % zurückgegangen. Ausdrücklich ist festzustellen, daß diese Art für die Ernährung der Menschen nicht wichtig ist, Produkte daraus sind vielmehr als ei Luxusartikel zu betrachten.

 

Nachdem die beiden vorhergehenden Haiarten so kläglich durchgefallen waren, wurde über den Riesenhai nur mehr kurz debattiert. Zur großen Verblüffung aller erzielte diese Art das beste Ergebnis für einen Schutz. 62 Länder sprachen sich für den Schutz aus, 39 Staaten waren dagegen ( 8 zuviel), 6 enthielten sich der Stimme. Auf Grund dieses knappen Ergebnisses und der nicht ausreichenden Diskussion erreichte Großbrittanien eine Wiedereröffnung der Debatte im Plenum. Nach hitziger Diskussion kam es über Antrag Singapurs zu einer geheimen Abstimmung. 67 Staaten befürworteten den Antrag, 42 waren ( 9 zuviel) dagegen, 8 haben sich der Stimme enthalten. Zusammenfassend darf bemerkt werden, daß alle 3 Haianträge unter der Politik ebenso zu leiden hatten wie unter der Tatsache, daß insbesondere Norwegen und Japan nicht mit ihren "Walschutzaufhebungsanträgen" und Kuba nicht mit dem "Meeresschildkrötenschutzaufhebungsantrag" durchgekommen sind. So haben insbesondere diese 3 Länder Lobbying gegen die 3 Haischutzanträge betrieben. Es ist traurig miterleben zu müssen, wie kommerzielle Interessen, oft durch Korruption unterstützt, sich durchsetzen.

 
D.C.S.P. meint daß dieser Antrag, sollte er bei der nächsten Artenschutzkonferenz in Santiage de Chile erneut gestellt werden, die größte Aussicht auf Erfolg hat. Vor allem müssen noch genauere Daten die Schutzwürdigkeit dieser Art belegen. Die CITES-Mitgliedsstaaten sollten dann die Aufnahme in den Anhang II von CITES massiv unterstützen.

 


7.) Asiatische Vogelspinnen

[ZUM INHALTSVERZEICHNIS]
HOME

Antrag von Sri Lanka und den USA um Aufnahme aller Arten der Gattung Poecilotheria
in den Anhang II
(Prop.11.52)

 

Alle 13 kommen entweder in Südindien oder auf Sri Lanka vor. Alle Sri Lanka Arten sind lokal geschützt, die indischen Arten aber nicht. Da die Arten nur etwa100 Eier im Jahr legen, eine hohe Jugendmortalität durch Fressfeinde haben und die Art überhaupt kurzlebig ist, versteht es sich von selbst, daß sie auf zu starke Naturentnahmen besonders sensibel reagiert. Die Arten werden international gehandelt, insbesondere wurde nach dem Schutz der Gattung Brachypelma besonders auf diese Gattung ausgewichen. Laufend werden lokal geschützte Tiere aus Sri Lanka als indische Arten verkauft. Die Bestände sind schon angegriffen. Fast alle Arten können gut nachgezüchtet werden, so auch in Österreich. Sowohl lebend als auch gespießt werden die Tiere angeboten. Die Gattung erfüllt alle Kriterien für die Aufnahme in den Anhang II.

 

Indien unterstützte als zweiter Anreinerstaat den Antrag und bestätigte den fortgesetzten Schmuggel der Sri Lanka Arten. Die USA meinten sogar, daß einige Arten alle Kriterien für eine Aufnahme in den Anhang I besäßen. Beschämend war, daß die EU (vertreten durch Portugal) und die Schweiz diesen Antrag ablehnten. Indien teilte mit, daß sie die indischen Arten auch alle unter lokalen Schutz stellen werden. Die Abstimmung ergab 49 Länder für den Schutz, 30 dagegen bei 27 (!!!) Enthaltungen. Es ist schade, daß so viele Staaten sich überhaupt nicht dafür interessierten. Faktum ist daß der Schmuggel mit diesen plakativen Arten nach wie vor floriert. Eine legale Naturentnahme ist nicht möglich, denn nun sind alle Arten lokal geschützt. Es ist daher nur anzuraten Indien und Sri Lanka bei ihren Schutzmaßnahmen durch eine Aufnahme aller Arten in den Anhang II von CITES zu unterstützen.

 
Es wird wesentliche Aufgabe sein, Überzeugungsarbeit, insbesondere auch in der EU zu leisten.
D.C.S.P. empfiehlt diesen gerechtfertigten Antrag unbedingt bei der nächsten Artenschutzkonferenz in Santiage de Chile erneut zu stellen. Die CITES-Mitgliedsstaaten sollten dann die Aufnahme in den Anhang I von CITES massiv unterstützen.

 

 


8.)

 

 

 

 

 

 


[ZUM INHALTSVERZEICHNIS]

HOME